Kapelle

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Die Pilgerwanderung nach Santiago de Compostella Ende der neunziger Jahre hat durch die Begegnungen mit einer Vielzahl von romanischen und gotischen Bauwerken in Frankreich und Spanien sehr inspirierend gewirkt (Le Pèlerin – Reise in die Vergangenheit. Auf dem Weg nach Santiago de Compostella). Die kontemplative Ruhe, die akustische Stille, das gedämpfte Licht der Sonnenstrahlen in den Kathedralen von Vézelay, Fontenay, Conques, Moissac führte jedes Mal zum Innehalten, Staunen, Schweigen, Zuhören. Die Klänge der Orgel, die Musik der Traversflöte fügten sich harmonisch in das Jahrhunderte alte Gemäuer.

Ein bislang ungenutzter Raum, an der Ostseite des Wohnhauses gelegen, bot sich wegen der Größe der Grundfläche gut als zukünftiger Musikraum an. Das Dach allerdings war zu niedrig, bestand außerdem aus Asbest und musste somit zuerst komplett abgerissen und umweltfreundlich entsorgt werden. Der Wiederaufbau des Mauerwerkes nahm zwar keine gotischen Dimensionen an, aber mit den akustischen Ansprüchen im Hinterkopf, ragten die Wände bald über die des Wohnhauses hinaus. Da fehlte eigentlich nur noch ein für diese ländliche Region üblicher flacher Kirchturm (Türmchen). Zudem sollte die alte Glocke, die durch Zufall über  einen Uhrenhändler in unseren Besitz gelang, wieder einen festen Platz erhalten.

Damit war die Glocke wieder zurück in ihrem Heimatland, wo sie ursprünglich  herkam: Monteferrand – dort wurde sie im Jahre 1872 von den Bürgern für ihre Kirche gegossen.

Für die im romanischen Stil geschaffenen Fenster fertigte der Künstler Eric Charlier den Entwurf für die Bleiglasfenster an. Das farbige Fenster zeigt zentral den hl. Jacobus, eingerahmt von den Silhouetten des Domes von Aachen und der Kathedrale von Santiago de Compostella, zusätzlich von einer Gruppe Pilger, von Waisenkindern, die auf ihren Schutzheiligen zeigen, der Hahn auf dem Galgen des sogenannten Hühnerwunders und die Trauben als Symbol der Winzer.

Nach 8 Jahren Renovierungsarbeit war das gesamte Gebäude fertig, die Akustik einmalig, sodass sie sich im kleinen Konzertraum voll und ganz entfalten kann. Mit Glockengeläut erfolgte in 2014 die offizielle Einweihung.