Weingarten

In Gesprächen mit Bauern aus der Nachbarschaft wurde bekannt, dass vor vielen Jahren, bis in die späten sechziger Jahre hinein, die Umgebung von St. Pé Delbosc zum größten Teil aus Weinanbaukultur bestand. Wahrscheinlich ähnlich wie das Verschwinden von HochstammObstbäumen zu Gunsten von stark subventionierten und wirtschaftlich praktischeren NiederstammObstbäumen, wurde ein Großteil der Weinfelder gerodet und zum herkömmlichen Agraranbau umgestaltet. Sicherlich auch, um den heimischen Weinverkaufspreis zu stabilisieren.

Rudimente des früheren Weinanbaues in der  Gegend  gibt es viele: Restbestände von kleinen, alten Weinfeldern mit knorrigen Weinstöcken angegliedert an einem Bauernhof, Straßennamen von schmalen Feldwegen, die an frühere Weinfelder erinnern. Zum Beispiel  Rue de Vignoble, Rue de Vignes etc. Nachdem der Vorbesitzer unseres Grundstückes ebenfalls statt Wein nur noch Gemüse angepflanzt hat, wachsen aus den tiefliegenden Wurzeln der Weinpflanzen immer wieder Triebe hoch.

Es lag nahe, die Weinanbaukultur erneut zu beleben, nicht des Weingenusses zuliebe, sondern vor allem wegen des landschaftlich reizvollen Anblicks eines Weingartens.

Nach vorausgegangener Bodenanalyse wurden im März 2013  circa 300 Weinstöcke der Rebsorte Tempranillo und Merlot  von  eine Pépineriste viticole aus der Nähe von Carcasonne gepflanzt und technisch versorgt durch eine Bewässerungsanlage aus dem naheliegenden Teich.

Die mittlerweile schon großgewachsenen Pflanzen sind im Sommer eine wahre Augenweide.

In 2017 konnte trotz erheblichen Kinderkrankheiten der Weinpflanzen, die erste Ernte eingeholt werden. Es entstand ein Rose Cuvee Tempranillo und Merlot, mit dem Namen anlehnend an eine Bronzefigur im Garten „Venus de Lespugue“.